NATUR·PUR: Rebensetzen

rebensetzen3 rebensetzen1

 

 

 

 

 

 

Im April geht’s bei uns im Weingarten so richtig los … nach dem Rebenbinden und während wir die Pheromondispenser aufhängen, werden von den Männern die jungen Reben gesetzt.


Das bedarf einer langen Planung und dauert zwei Jahre. Wir sammeln beim Schneiden im Winter Triebe von ausgesuchten Weingärten mit kleinbeerigen Trauben und bringen diese in die Rebschule. Dort werden diese mit Steckhölzern einer robusten Wildrebe (Unterlagsrebe) zusammengefügt – bis beide zusammenwachsen. Nach dem Veredeln durchlaufen die Stecklinge ihr „0. Jahr“, eine Art Vorschule: Sie werden unter freiem Himmel in die Erde gesetzt, so dass sich die Unterlage bewurzelt und das „Edelreis“ austreibt und bis zu 2 Metern hoch wächst. Im Herbst werden die Weinreben über der Veredelungsstelle eingekürzt und dann samt Wurzeln ausgegraben. Dann wird die Veredlungsstelle ins rote Paraffin getaucht zum Schutz vor Austrocknung.

Vor dem Setzen kürzen wir die Wurzeln. Wichtig ist, dass der Boden frostfrei ist. Beim Setzen wird der Boden ungefähr einen halben Meter tief ausgegraben und die Rebe ins Pflanzloch gesetzt.

rebensetzen2
Dann Erde einfüllen, sorgfältig antreten und gießen und einen Verbissschutz drüber; dieser ist wichtig gegen Rehe und Hasen, die sich in unseren Weingärten sichtlich wohl fühlen. Dank der „schlafenden Augen“ schaffen es die Reben aber, nach einem ungewollten Wegfressen des jungen Austriebs noch 1 – 2 mal nachzutreiben.rebensetzen4

Übrigens, wusstet Ihr?
Am einfachsten wäre es, einfach die abgeschnittenen Triebe der Reben in die Erde zu stecken, diese würden natürlich auch austreiben. Aber diese „unveredelte“Reben sind bei uns verboten, weil sich über sie die Reblaus verbreiten kann, die immer noch in der Erde schlummert und eine Gefahr darstellt!