NATUR•PUR: Weintagebuch

20. September 2021

Lasset die Spiele beginnen 🙂 Voller Euphorie und Tatendrang starten wir in die ERNTE 2021!

Wir beginnen mit Zweigelt im Alten Weingebirge. Wir beginnen die Trauben, die vom Hagel betroffen waren, händisch herauszuschneiden, um so den anderen Beeren noch ein paar Tage Reifezeit zu geben.

 

 

17. September 2021

Wir planen, am 20. September mit der Ernte zu beginnen, sofern uns die Witterung noch viele Sonnenstunden beschert. Heuer sind wir um eine Woche später als in einem Durchschnittsjahr. Letztes Jahr ging es am 11. September los,  im großen Weinjahr 2019 haben wir am 16. September begonnen. Los geht’s traditionell mit der Lese der frühreifen Sorte Zweigelt gefolgt von Pinot noir.

 

Die physiologische Reife zeigt sich durch eine Harmonie von Zucker und Säure, durch eine geschmackliche Reife, durch reife Tannine, ausgereifte, verholzte Kerne, ein weitgehend verflüssigtes Fruchtfleisch und eine weiche Schale mit angenehm schmeckenden Tanninen.

 

06. September 2021

 

Mit der 100-Trauben-Probe können wir die Reifeentwicklung beobachen. Dafür sammeln wir einzelne Beeren in einem Weingarten um so einen Durchschnittswert an Säure und Zucker messen zu können. Am Beginn der Traubenreife Ende Juli, lagert der Rebstock beinahe ausschließlich Säuren in die weich werdenden Beeren ein. Dazu „baut“ er den Zucker, der via Photosynthese in den Blättern gebildet wird in Wein- und Äpfelsäure um. In heißen, trockenen Jahrgängen kann der Rebstock das reichlich vorhandene Sonnenlicht meist nicht im selben Ausmaß nutzen wie in feuchteren, da ihm das für die Photosynthese notwendige Wasser fehlt.Während der nun einsetztenden Reifephase nimmt der Zuckergehalt der Trauben über einen langen Zeitraum relativ gleichmäßig zu.Während Zucker- und Säuregehalt stark von der Temperatur abhängig sind und höhere Temperaturen die Reife beschleunigen können, benötigt die Geschmacksreife von der Blüte weg etwa 100 bis 110 Tage, beinahe unabhängig von der Temperatur.

 

 

01. August 2021

In der Nacht vom 31. Juli traf der Hagel mitten in das Herz des Blaufränkischlandes. Unsere Weingärten wurden von massiven Hagelstreifen heimgesucht, die Trauben und Blätter binnen Minuten regelrecht zerstückelt. Die Grundlage für die heurige Ernte wurde stark geschädigt. Wir Weinbauern haben unsere “Werkstatt” unter freiem Himmel. Die Arbeit mit und in der Natur ist sehr erfüllend, aber Hagel, Spätfrost, Überflutungen oder Dürreperioden werden zu immer größeren Herausforderungen. Wir hoffen auf viel Sonne, damit die Hitze die Verletzungen schnell vertrocknen lässt!

27. Juli 2021

Let’s get started: Traubenumfärben beim Blaufränkisch!

Die letzte und für die Qualität des Jahrgangs entscheidende Phase im Wachstumsverlauf der Traube: Die Beeren werden weich und verfärben sich. Gleichzeitig schwellen sie an. Das Gewicht und Volumen nehmen zu. Zucker wird ins Fruchtfleisch eingelagert. Endspurt!

 

22. Juni 2021

Die Blüte ist in vollem Gange. Sie findet 45 bis 90 Tage nach dem Austrieb statt. Heuer sind wir 1-2 Wochen später dran als in den letzten Jahren. Die Blüten sind mit einem braunen Käppchen verschlossen, das aufspringt und Stempel und Staubgefäße freigibt. Die Vitis-vinifera-Reben sind zweigeschlechtlich, sie befruchten sich quasi selbst. Die Bestäubung erfolgt, in dem der männliche Pollen am weiblichen Fruchtknoten haften bleibt. Regen oder starke Winde könnten verhindern, dass alle Fruchtknoten bestäubt werden. Daher hoffen wir auf sonniges Wetter, damit es zu keinem “Verrieseln” kommt, was zu Ertragseinbußen im Herbst führen könnte. 😍

Aus den bestäubten Fruchtknoten entwickeln sich sofort nach der Blüte die Beeren, während die unbefruchteten Blüten verkümmern und abfallen. Die Rispe weist dann größere oder kleinere Lücken auf. Die Fruchansätze sind am Anfang klein, grün und hart, aber sie vergrößern sich zimlich schnell und zu dieser Zeit sind die Reben am stärksten durch tierische oder pflanzliche Schädlinge gefährdet.

Der Countdown läuft: Nun dauert es noch 100 Tage bis zur Weinernte.

07. Mai 2021

Könnt Ihr die Magie des Augenblicks spüren? Ich genieße es gerade sehr der Natur beim Erwachen zuzusehen. Der Frühling bringt uns Leichtigkeit und Neubeginn in den schönsten Farben. Die Leguminosen in den Weingärten wurden eingesät und sind wertvolle Stickstofflieferanten.

Bakterien machen Luftstickstoff für Pflanze verfügbar

Die Leguminosen erzeugen mithilfe von Knöllchenbakterien ihren eigenen Stickstoffdünger. Eine klassische Win-Win-Situation.

Pflanzen, die ihren eigenen Dünger produzieren – das verwundert im ersten Moment, ist aber Realität. Mitglieder der Familie der Leguminosen erzeugen den Hauptnährstoff Stickstoff in ihren Wurzeln und wachsen deshalb auch auf ungedüngten Böden ganz passabel. Denn ganz ohne Stickstoff ist kein Pflanzenwachstum möglich. Acker– und Sojabohnen, Erbsen, Linsen, Klee, Lupinen oder Luzerne gehen dazu eine Zusammenarbeit mit Bodenmikroben ein. Die Symbiose bringt beiden Seiten Vorteile.

 

 

 

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