Weinbaukalender 1954

Ein Erbstück meines Großvaters, der Anfang der 1950er-Jahre das Weingut am heutigen Standort gegründet hatte, fiel mir dieser Tage in die Hände: Der erste Weinbaukalender aus dem Jahr 1954. Der Weinbau-Taschenkalender war in der Vorkriegszeit sehr stark verbreitet, und das jahrelange Ausbleiben während des 2. Weltkrieges wude in Kreisen der Weinbautreibenden oft als Mangel bezeichnet. Viele Informationen zur Bodenbearbeitung, Vegetation und Kellerarbeit. Übrigens, wussten Sie? Schon vor mehr als 60 Millionen Jahren gab es Weinreben! Die Kelten und vermutlich auch bereits die Illyrer haben ihre Kulturreben in einer sehr einfachen Form des Weinbaus erzogen, in einem keltischen Grabhügel aus der Hallstattzeit (700 v. Chr.) im Burgenland wurden Traubenkerne der Kulturrebe Vitis vinifera gefunden. Unser Familienname HEINRICH wurde bereits 1767 erstmalig urkundlich in dem für Deutschkreutz relevanten herrschaftlichen Urbarium von Maria Theresia erwähnt. 

Eine Rubrik nannte sich “Nachdenkliches und Bedenkliches aus alten Fachbüchern”, aus der dieses skurrile Zitat stammt:

“ZUR LESE NUR MÄNNER VERWENDEN”

“Man ziehe zu Lesern Männer den Weibern vor. Ihre dicken Röcke, an welche sich, zumahl bey einer nassen Lese, alles anhängt, machen ihnen die Arbeit schwerer, das Abstoßen der Beeren beym Bücken häufiger, und das Stehlen der Trauben leichter. Ihre Genäschigkeit will ich nicht erwähnen, denn vielleich thebt sich diese mit der Gefräßigkeit der Männer auf.” (Aus Trötscher: der erfahrene und in aller Weinkünsten wohl untererichtete Weinhändler, Weingärtner und Weinkellermeister, Grätz, 1804)

 

 

Die Fotos zeigen meinen Großvater (er war ein schon in jungen Jahren ein Uhrenfetischist 😉) mit seiner älteren Schwester Johanna im Jahr 1923, mit seiner Frau Rosalia und Tochter Rosa im Jahr 1948 und bei der Weinlese in den 1970er-Jahren als der Ertrag noch ein Vielfaches von heute war.

 

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